Aufgrund eines Hinweises der Brüder Alexander und Andreas Putz aus Göstling konnte das Turmmauerloch aufgefunden und bearbeitet werden.
Weiters wurde im Anschluss an die Vermessung des Turmmauerloches auch die 15-Minuten-Höhle aufgesucht und vollständig erforscht und vermessen.
Turmmauerloch (1815/446)
Basisdaten: L 9 m, H -4 m, He 5 m, Sh 1215 m, ÖK4204 bzw. ÖK71, Gemeinde Göstling an der Ybbs.
Lage: In der NW-Flanke des Hirzeck (1445 m), im westlichen Dürrensteingebiet.
Zustieg: Der Zugang erfolgt vom Hirzecksattel, 350 m nordnordwestlich der Ybbstalerhütte, welche auf markierten Wanderwegen (vom Steinbachtal oder durch den Höllgraben) in ca. 2 Stunden Gehzeit erreichbar ist. Vom Sattel an der orographisch linken (westlichen) Seite des Turmmauergrabens 200 Höhenmeter absteigend, trifft man oberhalb der markanten Felsbildungen der Turmmauer auf einen querenden Jagdsteig ("Hirzecksteig"). Der Einstieg der Höhle befindet sich 5 m unterhalb des Steiges, bereits in der Steilflanke des Turmmauergrabens.
Beschreibung: Vom 1,5 m mal knapp 1 m messenden Einstieg kommt man kletterbar in 3 m Tiefe in eine Raumerweiterung mit 2 m Durchmesser. Eine ca. 5 m weit abwärtsziehende Spalte wird nach 1,5 m durch Blockwerk auf unschliefbare Ausmaße verengt. Oberhalb der Spalte zieht ein engräumiger Schrägschlot 3 m nach oben und erreicht am höchsten Punkt wieder das Eingangsniveau. Zwei Schlufansätze im östlichen Bodenbereich der Kammer münden in eine unbefahrbar niedere Fuge. Der Boden besteht aus erdigen Sedimenten und Blockwerk.
Geologie: Laut Geologischer Karte liegt die Turmmauer im Ramsaudolomit, im Hangenden schließt Dachsteinkalk an, der den Höhenrücken des Hirzecks bildet. Die Höhle liegt auf der Karte im obersten Bereich der Dolomitzone. Auch vor Ort ist der Ramsaudolomit unterhalb der Höhle durch den Turmmauergraben schön aufgeschlossen. In der Höhle selbst hat man den Eindruck, dass diese schon im Kalk entwickelt ist. Möglicherweise liegt die Höhle also im Übergangsbereich zwischen Ramsaudolomit und Dachsteinkalk.
Erforschung und Vermessung: Die Höhle wurde von Andreas Putz im Zuge von Revitalisierungsarbeiten an einem Jagdsteig aufgefunden. Die Erkundung und Vermessung erfolgte am durch Thomas und Florian Gundacker und Reinhard und Walter Fischer.
15-Minuten-Höhle (1815/416)
Basisdaten: L 9 m, H -4 m, He 5 m, Sh 1405 m, ÖK4204 bzw. ÖK71, Gemeinde Göstling an der Ybbs.
Lage: 400 m südsüdöstlich der Ybbstalerhütte (1344 m), im westlichen Dürrensteingebiet.
Zustieg: Der Zugang erfolgt von der Ybbstalerhütte, welche auf markierten Wanderwegen (vom Steinbachtal oder durch den Höllgraben) in ca. 2 Stunden Gehzeit erreichbar ist.
Beschreibung: Ein abwärtsführender Schluf mit einem eingeschnittenen Mini-Sohlencanyon bricht nach knapp 2 m mit einer 3 m tiefen Stufe in einen Raum ab. Der Übergang von der Schlufstrecke zum Abbruch ist äußerst unangenehm zu befahren, inklusive der Gefahr des Verkeilens und Steckenbleibens im unschliefbar schmalen Sohlencanyon. Der bis 3,5 m hohe Schachtraum zieht 5 m weit in Richtung WNW, wobei die Breite von anfangs 1 m auf gut 2,5 m zunimmt und die Raumhöhe bis auf einen Meter absinkt. Eine Querkluft am Ende ist unschliefbar schmal. Der Boden besteht aus Blockwerk. Am Tag der Vermessung war eine leichte auswärts gerichtete Wetterführung feststellbar.
Erforschung und Vermessung: Die Höhle wurde am im Rahmen einer Geländebegehung im Anschluss an eine Tour in die Ritzlkesselhöhle (1815/400) von Eckart Herrmann, Peter Kalsner, Christian Gegenhuber und Reinhard und Walter Fischer aufgefunden. Die Vermessung der ersten 5 Meter wurde am von Peter Kalsner und Reinhard und Walter Fischer durchgeführt (siehe HKM 3-4, 2017). Allerdings wurden damals nur die ersten zwei Meter befahren, eine sehr unangenehme Engstelle konnte nicht überwunden werden.
Die vollständige Vermessung erfolgte am durch Thomas und Florian Gundacker und Reinhard und Walter Fischer, wobei es der 16-jährige Florian als Einziger geschafft hat, die Engstelle zu überwinden und das Neuland zu betreten.
Literatur:
- Fischer, R. & Fischer, W. (2017): Neue Höhlen im Dürrensteingebiet (Teilgruppe 1815). - Höhlenkundl. Mitt. Wien, 73 (3-4): 42ff.